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Podiumsdiskussion zu Klimaschutzleistungen des Waldes

Sollte die Klimaschutzleistung des Waldes honoriert werden, und wenn ja, wie? Diese Fragen haben wir am 6. November mit hochrangigen Gästen diskutiert – digital und in Medienpartnerschaft mit top agrar und f3. Zu Beginn haben unser Vorsitzender Max v. Elverfeldt und Hans v. der Marwitz, Präsident der AGDW, die Forderung der Verbände erläutert: Wenn 2021 die CO2-Bepreisung eingeführt wird, dann sollte auch der Wald als wichtige Klimasenke aus diesen Mitteln für seine Klimaschutzleistung honoriert werden. Dies sei logisch, gerecht und erforderlich. Prof. Prof. Dr. Matthias Dieter, Leiter des Instituts für Internationale Waldwirtschaft und Forstökonomie beim Thünen Institut, bezeichnete eine solche Honorierung als nachvollziehbar. Ziel müsse es sein, das System Wald und Holz als Klimaschützer zu erhalten. Der Zuwachs sei dafür eine sinnvolle Bezugsquelle, der Energie- und Klimafonds eine denkbare Finanzierungsquelle. Allerdings verdeutlichte er, dass es schwierig sei, die Klimaschutzleistung des Waldes weiter in einem signifikantem Maße zu erhöhen. In einer Videobotschaft erklärte der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD), zugleich derzeit Vorsitzender der Agrarministerkonferenz, seine Unterstützung für die Forderung der Verbände. Die Politik dürfe die Probleme im Wald nicht nur beklagen, sondern muss Lösungen aufzeigen. Es gehe dabei nicht um ein Flächenprämie, sondern um klare nachvollziehbare ökologische Kriterien. In der anschließenden Podiumsdebatte erläuterte der waldpolitische Sprecher der CDU/CDU-Bundestagsfraktion, Alois Gerig, dass eine Honorierung ein sinnvoller Weg sei, die Waldeigentümer zu motivieren, ihre Wälder auch künftig zu bewirtschaften. Der waldpolitische Sprecher der Grünen, Harald Ebner äußerte sich skeptisch. In eine Honorierung müsse man die Leistung des Waldes für die Biodiversität mit einzubeziehen. Wenn man nur auf die Klimafunktion blicke, springe man zu kurz. Dirk Wiese, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, begrüßte die Initiative der Verbände, mahnte aber an, bei der Ausgestaltung einer Honorierung genau hinzusehen und sie zielgenau zu gestalten. Der klimapolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Lukas Köhler, betonte, dass negative Emissionen und CO2-Speicher grundsätzlich honoriert werden sollten, nicht nur der Wald. Er schlug für die Umsetzung den Emissionshandel als Marktmechanismus vor.

Insgesamt war es eine lebhafte Diskussion, an der 150 Personen digital teilgenommen haben. Wir werden die Debatte im Sinne unserer Familienbetriebe weiterführen.


Den kompletten Vortrag von Prof. Dieter können Sie sich hier herunter laden.


Falls Sie die Podiumsdiskussion am 06. November nicht live mit verfolgen konnten, haben Sie hier die Möglichkeit, sich das Video der Diskussion anzusehen. Viel Vergnügen!