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3 Fragen an die neue AGDW-Hauptgeschäftsführerin

Dr. Irene Seling / Bildquelle: AGDW/Catberry Studios

Dr. Irene Seling, seit 1. Januar 2021 neue Hauptgeschäftsführerin der AGDW – Die Waldeigentümer

1.    Was hat Sie zur AGDW geführt?

Meine Wurzeln liegen in der Grünen Branche. Nach einer Ausbildung zur Gärtnerin im Garten- und Landschaftsbau habe ich ein Studium an der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg absolviert und eine Promotion in der Forstökonomie angeschlossen. Im Anschluss nahm ich eine Gastprofessur in Brasilien an – eine tolle Chance, um auch die Forstwirtschaft in den Tropen und Subtropen kennenzulernen. Nach vielen Jahren bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände freue ich mich sehr darüber, zu meinen Wurzeln zurückzukehren zu können.  

2.    Was haben Sie sich für Ihre neue Aufgabe vorgenommen?


Der Fokus eines Verbands liegt in der politischen Interessenvertretung und der Dienstleistung für seine Mitglieder. Nach den jüngsten Extremwetterereignissen befindet sich der Wald in einer Krise, wie wir sie in der Forstwirtschaft noch nicht erlebt haben. Angesichts der Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel war es selten so wichtig, den Waldbesitzenden im politischen Berlin eine laute Stimme zu geben, unsere Forderungen an die Politik heranzutragen und in Gesprächen und Medienarbeit laufend über die Krise in den Wäldern zu berichten. Im Superwahljahr 2021 haben wir besondere Herausforderungen. Wir werden nach der Bundestagswahl eine neue Regierungskonstellation bekommen und viele neue Kontakte im Parlament und in den Ministerien aufbauen müssen. Ich freue mich, an dieser Stelle meine Erfahrungen aus vielen Jahren Verbandsarbeit, Wissenschaft und Forstwirtschaft einbringen zu können.

3.    Wie können wir gemeinsam die Wertschätzung für den Wald und seine nachhaltige Bewirtschaftung steigern?


Die AGDW hat ein großes Pfund: Mit ihrer Vielfalt von Waldbesitzenden aus dem Groß- und Kleinprivatwald steht sie für eine sympathische Branche, für Menschen die sich Wald und Natur verbunden fühlen, und die einen nachhaltigen und klimafreundlichen Rohstoff – das Holz – zur Verfügung stellen. Diese positiven Seiten müssen wir immer wieder kommunizieren. Dafür brauchen wir starke Botschaften und gute Bilder. Die Voraussetzungen sind günstig: Der Klimawandel ist ein Topthema in der Politik. Und die Katastrophe in den Wäldern wird von Medien und Öffentlichkeit seit dem zweiten Dürrejahr deutlich wahrgenommen. Mit der Kampagne 8 von den Familienbetrieben und der AGDW kommunizieren wir die Klimaschutzleistung des Waldes und verknüpfen sie mit der politischen Forderung, die Klimaschutzleistung der Forstwirtschaft und damit das Engagement der Waldbesitzenden zu honorieren. Auf diesem Weg müssen wir gemeinsam weitermachen.