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Neue europäische Politiken nicht auf Kosten der GAP

Neue Prioritäten in der europäischen Politik dürfen nicht zu Lasten des Budgets der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gehen. Das hat der erste Vizepräsident des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Henri Brichart, gefordert. Brichart erklärte kürzlich, es sei nachvollziehbar, dass der Brexit die Finanzierung der europäischen Agrarpolitik erschwere, zumal „mehr Politik mit weniger Geld“ gemacht werden müsse. Die Finanzierung „neuer Politiken“ dürfe jedoch nicht auf Kosten der GAP-Mittel geschehen.

 

Der FNSEA-Vizepräsident hob die Bedeutung der Beihilfen für die Landwirte hervor. Bei einem großen Teil der Erzeuger machten die GAP-Zahlungen einen erheblichen Anteil des Einkommens aus. Zugleich stiegen die gesellschaftlichen und politischen Anforderungen an die Produktionsmodelle in Bereichen wie Umwelt oder Tierwohl; diese Veränderungen seien mit Kosten für die Landwirtschaft verbunden.

 

Brichart forderte die französische Regierung auf, die Verhandlungstaktik zu ändern und dafür zu sorgen, dass die GAP besser gestellt werde. Es gebe Zweifel, ob Paris der Debatte im Vorfeld der jüngsten Vorschläge aus Brüssel genügend Aufmerksamkeit gewidmet habe. Der FNSEA kündigte zudem an, nicht nur in Paris, sondern auch bei den EU-Ausschüssen der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) aktiv zu werden. Außerdem sollten die Gespräche mit den Europaparlamentariern intensiviert werden, denn diese hätten „auch ein Wörtchen mitzureden“. AgE